„Klein Aachen“ in Gompitz – der „Grand Prix“-Dresden

Text: Andreas Heine


Ein strahlendes Lächeln trotz Regen in der schwersten Dressurprüfung der Welt. Mit diesem breiten Siegerlächeln genoss Ulrike Kick am Sonntagnachmittag die finale Siegerehrung beim alljährlichen Dressurturnier „Grand-Prix“-Dresden. „Ich werde nächstes Jahr wieder nach Dresden kommen!“, kündigte die Bayerin aus Weiden in der Oberpfalz an. Allen Grund hat die sympathische Stilistin auf ihrem Pferd Ruling Pedro, denn sie gewann mit ihm den „Grand-Prix-Special“, die schwerste Dressurprüfung der Welt. Genau dieselbe Prüfung ritten am Vortag auch die internationalen Kaderreiter im Rahmen der Europameisterschaften in Aachen, so dass „Klein Aachen“ ab sofort wohl der neue Spitzname der Anlage in Gompitz lauten wird.
Dabei ist Kick kein Einzeltäter beim „Grand-Prix“-Dresden vom 14.-16.08.2015 gewesen. Schon am Samstag gewann sie mit ihrem Ruling Pedro den Grand Prix de Dressage und freute sich hier auch über die Grüße vom Gompitzer Jens Lattermann. Der sechsfache sächsische Meister der Dressurreiter konnte sich in der international erfahrenen Konkurrenz den fünften Platz sichern und genoss den Applaus aus den heimischen Reihen.
Hochkarätiger Sport boten auf dem Dressurturnier nicht nur die Routiniers unter den Pferden und Reitern. Auf der Jagd nach der goldenen Schleife ritten in der Qualifikationsprüfung zum Nürnberger Burg-Pokal die Reiterinnen und Reiter ihre Nachwuchspferde. Dabei gelten die Absolventen des Finales in der Frankfurter Festhalle als heiße Titelaspiranten von Europa- und Weltmeisterschaften. Siegreich ging hier der schwarze Hengst DSP Quadroneur von der Stiftung des Brandenburgischen Haupt- und Landgestütes Neustadt (Dosse) aus der schweren Prüfung. Unter seiner jungen Reiterin, Stephanie Fiedler, brillierte der Rappe im Gompitzer Viereck und sicherte sich das Ticket für das Finale.
Doch nicht nur der Pferdenachwuchs fand auf dem beliebten Turnier Beachtung. Die kleinsten der Kleinsten ritten am Führzügel über den großen Sandplatz und beeindruckten mit ihrem großen Talent im noch größeren Sattel. Hier siegte die Lokalmatadorin Leonie Kühnäl auf ihrer Stute San Adiva. Nach dem die junge Amazone ihre Siegerschleife in Empfang genommen hatte, schaute Sie den etwas älteren Reiterinnen und Reitern in der Qualifikationsprüfung des Bernhard-von-Albedyll-Förderpreises zu. Gleichzeitig als Jugendpreis der Landeshauptstadt Dresden ausgeschrieben, gewann die Brandenburgerin Julia Giner vom RV Pichelsberg e.V. diese Prüfung auf Wytens, vor Caroline Karrenbauer auf Tannenhof’s Cassitano vom RV Rosencarree e.V.. Karrenbauer überzeugte am Sonntag in der Kür-Prüfung. Rhythmisch sicher und in der Ausführung gelungen siegte sie in dieser Prüfung. Rang drei ging hier an die Gompitzerin Jule Ottenberg auf Da Vinci.
Egal ob Jung oder Alt, eines hatten alle am Ende jeden Rittes gemeinsam. Hier wartete am Ausritt ein prall gefüllter Korb mit leckeren Äpfeln, aus dem sich Pferd und Reiter sichtlich gern bedienten. Vielleicht sorgte die natürliche Süße sogar zu einem weiteren Lächeln während des wasserreichen Dressurturnieres in Gompitz.